Weisst Du was Du willst?

Diese Frage muss man sich immer häufiger stellen.
Was früher nur mit viel Geld erkauft werden konnte hat den Massenmarkt schon lange erreicht: Individualisierung.
Der Trend ist nicht neu und logische Folge einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft.
Was bei Kugelschreibern angefangen hat, wird jetzt schon bei Bankkarten, im Kleinwagensegment oder mit unseren Bieretiketten weitergeführt. Doch wie geht es weiter?

Erste Entwicklungen zeigen schonmal die Richtung: Rentenversicherer nutzen die verkürzte Lebenserwartung mancher Versicherten durch individuelles Verhalten wie Rauchen, Trinken oder zuwenig Bewegung in Kombination mit einseitiger Ernährung welche Fettleibigkeit verursacht. Auch für den Konsumenten ergeben sich daraus Chancen da er durch gewisse Risiko-Verhaltensweisen seine Beitragszahlungen reduzieren kann.

Dennoch ist diese Art der Versicherung ein Nischenmarkt und wird es laut Aussage eines Allianz-Sprechers wohl auch bleiben: Denn zum Einen wird viele Versicherungsnehmer abschrecken, dass die Versicherung auf eine eigene Erkrankung spekuliert. Zum Anderen wird so auch die Frage nach der Solidarität in einer Gesellschaft neu gestellt. Denn was passiert wenn bei dem vorangehenden Gesundheitscheck eine schwere chronische Krankheit festgestellt wird? Welche Versicherung wird einen Patienten aufnehmen der aller Voraussicht nach sehr teuer wird?

Noch ist das ein Horroszenario und alle Beteiligten beteuern dass es so weit nicht kommen wird dennoch ist auch in der Verischerungsbranche der Trend zu individuellen Lösungen ungebrochen. Durch die vielen Individualisierungmöglichkeiten entstehen auch Arbeitsplätze denn durch die steigende Komplexität entsteht Beratungsbedarf – eine Dienstleistung mit ebenfalls steigenden Umsätzen.

Eine positive Begleiterscheinung dieser Entwicklung für unsere Branche: Einige Unternehmen füllen ihr Bier wieder individuell gestalteten Glasflaschen ab um sich so von den anderen abzuheben. Eine Vielfalt, die jedem gefallen sollte, der Bier aus Einheits-PET-Flaschen ebenfalls ablehnt.

Emile Durkheim sah schon 1893 als Folge einer sich immer stärker ausdifferenziereden Gesellschaft eine neue organische Solidarität zwischen den Individuen entstehen, da ja jeder immer mehr merken müsse wie abhängig er von anderen ist und sie somit respektiert.

Wenn die Modernisierung jedoch zu schnell verläuft kann die gesellschaftliche Integration nicht mehr schritthalten und es entsteht Angst und Unzufriedenheit – ein Nährboden für weniger positive Entwicklungen.

Der Trend ist eine ambivalente gesellschaftliche Entwicklung mit Vor- und Nachteilen, aber keine Angst die eigenen Etiketten sind definitiv ein Vorteil ;-)

Tags: , , , , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort