Artikel mit ‘Berlin’ getagged

Bier in toten Tieren…

…finden manche geschmacklos. Nach Alkohol dürfte es jedenfalls schmecken. Denn die schottische Brewdog Brewery hat die fränkische Schorschbräu Brauerei wieder überflügelt und veredelt die Flasche des stärksten Bieres der Welt (55 Vol. %) mit einer Verpackung bestehend aus ausgestopften Tieren (Preis ca. 600€). Ein Medienecho war ihnen damit gewiss, eine Kampfansage der Franken ein noch stärkeres Bier zu brauen auch.

Einen weiteren Meilenstein erreichte die tschechische Budweiser (Budvar) Brauerei: Der europäische Gerichtshof teilte deren Argumentation, dass das Namensrecht “Budweiser” in Europa den Tschechen vorbehalten bleibt und nicht an die amerikanische Budweiser-Brauerei geht. Das Bier ist ja auch besser ;) Wer also beim nächsten Kneipenbesuch trotzdem unbedingt ein Budweiser aus den Staaten will, bestellt korrekterweise lieber ein “Bud”.

In der Schweiz gib es wieder Luzerner Bier und günstige iPhones! Haben zwar beides nicht die Schweizer erfunden aber man kann davon ausgehen, dass beides frisch produziert ist…

In Österreich hat man, oder besser: Frau, andere Probleme: SPÖ-Damen stösst die aktuelle Werbung der Hirter Brauerei sauer auf. Auf den Plakaten sind drei nackte Frauen zu sehen, die für unterschiedliche Biersorten stehen und deren Reinheit symoblisieren sollen. Der Werberat wird wohl am heutigen Freitag sein Statement dazu abgeben.

In Deutschland jammert man wieder über den schlechten Bierabsatz in der ersten Jahreshälfte. Zwar war der Juni ein Rekordmonat dennoch konnte er die Verluste bis dahin nicht ganz ausgleichen: 0,7% weniger als im Vorjahreszeitraum. Wer noch nicht genug gejammert hat, darf mitheulen weil Bier in Deutschland immer billiger wird. Premiumbier wird verstärkt als Lockvogel eingesetzt um Leute in die Läden zu bekommen. Ich denke echte kleine Premiumbiere können ihren Preis halten, nur Markenbier mit immer ähnlicherem Geschmack verkommt zum Lockvogel.

Die Forderung nach höheren Preisen kommt nämlich auch von Wirtschaftsexperten, die die jährlichen Kosten des Alkoholkonsums durch massive Steuererhöhungen eindämmen wollen. Ein probates Mittel zur Suchtminderung aber auch eine Bestrafung für maßvolle Trinker, gerade der feinen aber teureren Biere.

Wie man sein gutes Bier bekannter machen kann ohne als Lockvogel zu enden, zeigt die Ehninger Brauerei: Ihr Rössle-Bier wird zur Zeit mit speziellem Etikett hergestellt um gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 Geld zu sammeln: 21 Cent gehen pro verkaufte Flasche an das Aktionsbündnis gegen den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof. Wer sein Protestbier lieber zuhause trinkt, kann sich natürlich auch bei uns die Etiketten designen!

Ein weiteres Statement sendet die Taybeh-Brauerei aus dem Westjordanland. Dort brauen christliche Palästinenser trotz aller Widrigkeiten ein Bier nach deutschem Reinheitsgebot – als einziges Bier im Nahen Osten.

Wem das zu politisch ist, der kann in Berlin auf dem 14. Internationalen Bierfestival seine Geschmacksnerven verwöhnen: Vom 6.-8. August warten 2000 Bierspezialitäten auf 800.000 Besucher! Oder macht Euch doch gleich selbst euer Bier! Hier gibt’s ein Rezept für acht Liter Kräuterbier.

Lasst’s Euch schmecken,

Nikolas

München will Berliner Wiesn-Preise!

Die Münchner sind bei Bier empfindlich, dass hätte auch der Wiesn-Wirt Sepp Krätz (Hippodrom) wissen müssen als er einwilligte für die Bayerische Landesvertretung das diesjährige Berliner Oktoberfest zu veranstalten.
Nicht nur, dass er vor dem offiziellen Oktoberfest-Start am 21. September schon Oktoberfest-Bier in der Landeshauptstadt auschenken wird (18. September) sondern auch mit dem Maß-Preis einen Euro unter der offiziellen Wiesn-Maß bleibt.

Den Berliner passt nicht, dass auch 0,5l-Biere ausgeschenkt werden obwohl es der Herr gute Herr Krätz doch nur gut meint.

Bier als oder gegen Religion?

BierBerliner Grundschüler machen im Alter der Erstkommunion erste Erfahrungen mit Alkohol und die Hälfte trinkt wohl mehrmals im Monat - nicht gerade die Art von Religion und Beschäftigung mit geistiger Spiritualität, die Anlaß zur Freude gibt.

Ebenso wenig zu lachen wird ein 32-jähriges Model aus Malaysia nach Ende des Ramdans haben, der vergangenen Samstag begonnen hat. Sie wurde in ihrer Heimat zu Schlägen mit einem Rohrstock verurteilt weil sie beim Trinken von Bier erwischt wurde.

Spontan könnte man jetzt denken, einfach mal die Hälfte der Berliner Kids nach Malaysia zu schicken und schauen was passiert und gleichzeitig die Dame nach Berlin auf ein Berliner Kindl einladen!

Oder gleich nach Bayern wo ein Pfarrer für ein kleines Bierstüberl in seiner Kirche kämpft. Die Diözese ist von einem Bierstüberl und angrenzendem Biergarten nicht begeistert, was der Pfarrer der St. Maximilians-Kirche in München noch nicht aufgeben hat lassen.

Man möge daran erinnern, dass schon die Mönche gute Braumeister waren also eine Verbindung zwischen Religion und Alkohol schon immer bestand. Wohlbemerkt eine Verbindung nicht ein Ersatz, liebe Berliner Schüler! Ein kleiner Blick des Islam hinüber zum christlichen Umgang mit dem Gerstensaft würde nicht nur dem realen Konsum Rechnung tragen sondern auch zur Verständigung der Kulturen beitragen – ohne Alibi für die Schüler!

Festivitäten und Traditionsbrüche…

…gibt es in nächster Zeit einige, die es verdient haben erwähnt zu werden:
Für Kurzentschlossene steigt dieses Wochenende das 13. Internationale Bierfestival in Berlin.
Bierfreunde erwartet im längsten Biergarten der Welt 2000 Spezialitäten aus 86 Ländern und 300 Brauereien.

Bierfestival in BerlinÖffnungszeiten:
Freitag, 7. August: 12 bis 24 Uhr
Sonnabend, 8. August: 10 bis 24 Uhr
Sonntag, 9. August: 10 bis 22 Uhr
Eintritt: frei
Infohotline: 030 – 65 76 35 60

Wer es lieber gechillter mag und mit weniger aber dafür günstiger Bierauswahl zufrieden ist, geht lieber vom 14.-16. August zum Chiemsee Reggae Summer – dort gibt’s das bewährte 0,5l Becks für einen Euro.

Tageskarten kosten 49€, das 3-Tage-Ticket 79€

Bewegung scheint auch in die Reservierungspraxis auf dem größten Bierfest der Welt, der ‘Wiesn’ in München, zu kommen:

Wie die SZ berichtet will die Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich die Reservierungspraxis auf der Wiesn ändern da gerade die kleinen Zelte mit Reservierungspreisen von bis zu 65€ schon im Vorfeld ordentlich abkassieren.

Der daraus resultierende Konsumzwang macht dann auch klar warum die Auschankgröße auf der Wiesn auch weiterhin die Maß sein wird. Da fällt es leichter die 65€ zu erreichen.

Aber ansonsten sehen Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl und der ehemalige Andechs-Prior Anselm Bilgri respektvoll über den Wiesn-Tellerand hinaus und sehen die Zukunft des Bieres in kleineren und individuelleren Gläsern – je nach Biertyp.

Aber soweit der Traditionsbrüche nicht genug:

Wen bisher aus bayerischen Kneipen ein: “Noch ein Neger, Herr Ober” schallte, war das nicht zwangsläufig ein Treffen des NPD-Ortsverbandes sondern eine übliche Bestellung eines Mixgetränkes aus Weißbier und Cola.

Diese Praxis will Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) nun verbieten. Man muss nicht an jeder Tradition festhalten.

Wie Martina Plötz richtig anmerkt stellt sich nur die Frage wie man dann mit “Zigeunerschnitzel” und “Ruß” umgeht…