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Wem vertrauen die Deutschen?

Das neue Jahr setzt sich langsam im Sprachgebrauch durch, Google greift mit dem Nexus One die iPhone-Vorherrschaft an und die Investmentbranche arbeitet an neuen, versteckten Finanzierungsmodellen…alles scheint im Fluss.

Doch nicht erst wenn wir unser Sport-Pensum betrachten fällt uns auf, dass wir alle doch Gewohnheitstiere sind und zuviel Veränderung uns selten Spaß macht! Wir wollen Menschen, Unternehmen und Lebenssituationen die Sicherheit geben, unsere Erwartungen kennen und erfüllen. Wir wollen unserem Umfeld vertrauen können.

Deshalb sind auch Unternehmen daran interssiert, wem die Kunden denn vertrauen. Denn daraus lassen sich Rückschlüsse auf Kundenbindung, Kaufverhalten und Preissensibilität schließen.

Interessant ist, wie sich die Wirtschaftskrise auf das Vertrauen ausgewirkt hat: Nachvollziehbar scheint, der Vertrauensverlust in die Finanz- und Bankenwirtschaft die Auslöser der Rezession war sowie die Automobilindustrie nach Übernahme- und Rabattschlachten. Diesen Branchen gegenüber stehen der Lebensmitteleinzelhandel die durch Transparenz punkten müssen, die Zeitungsbranche und – tara!- die Brauereien!

Ich denke das Reinheitsgebot zeigt hier Wirkung. :) A propos rein: Nivea ist die Marke mit dem am meisten entgegengebrachten Vertrauen, gefolgt von Aldi, Knorr und zu meiner Überraschung: Google…

Im internationalen Vergleich schließen die deutschen Unternehmen, laut der “8. Edelman Trust Barometers” gut ab: Neben schwedischen und kanadischen Unternehmen wurden die Wirtschaftsunternehmen aus Deutschland am vertrauenswürdigsten eingestuft.

Paradox dabei: Deutschland ist das einzige Land indem eine Mehrheit glaubt die Wirtschaft habe einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft. Die Umfrage wurde unter 3100 Meinungsführern in 18 Ländern durchgeführt.

Details zur Umfrageerhebung und weitere Ergebnisse der Studie findet ihr hier.

Alkohol ist schlecht…stimmte früher!

Es gibt mittlerweile nur noch wenige Artikel, die Studien zitieren ohne den Eindruck zu vermitteln, gefährliches Halbwissen zu verbreiten. Meistens fallen einem auf Anhieb Kritikpunkte in der Methodik der Studie auf (geringe Fallzahl, angenommene Korrelation zwischen teils unabhängigen Variablen, etc.) oder sie gehen nicht mal auf die Studiencharakteristik ein, nach dem Motto ” Eine Studie in England hat gezeigt, dass…”

Ja, auch wir bedienen uns manchmal solcher Studien und Kurzzusammenfassungen. Wir wollen ja schließlich unterhalten oder Denkanstösse geben und nicht in der ’scientific community’ als begnadtete Rezensenten auffallen.

Dennoch will ich nicht nur Journalismus-Bashing betreiben sondern weise gerne auf guten Journalismus hin: Wir denken ja positiv und sind uns sicher, dass sich viele Journalisten ein Beispiel an Herr Dr. Hartmut Wewetzer vom tagesspiegel nehmen:

Ich bin gerade auf seinen Artikel gestossen, der Spaß macht zu lesen und vor allem nicht nur eine Studie zitiert sondern einen schönen Überblick liefert über aktuelle Studien zum Thema Gesundheit und Alkohol – und zumindest hinlänglich die Untersuchungsbedingungen erläutert.

Natürlich ist mir bewusst, dass unzählige Studien die negativen Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit betonen, dennoch bieten die dort zitierten Studien eine Argumentationsgrundlage für einen mäßigen Konsum.

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Dass Abstinenzler in den Studien bei Herzkranzerkrankungen schlechter abschneiden als regel(ge)mäßig(t)e Alkoholtrinker und auch ein höheres Risiko einer Fettleber haben, mag ich gerne glauben. Dass regelmäßig zuviel Alkohol mehr negative als positive Auswirkungen hat, sagt mir mein gesunder Menschenverstand – auch ohne Studien.

Ob in Maßen gesund oder nicht, einig ist sich die Mehrheit, dass Glas die besten Verpackung für den Gerstensaft ist. Schade nur, dass die Hersteller dem Wunsch nicht immer nachkommen.

Oder will hier jemand die Lanze für Dosenbier oder PET-Flaschen-Bier brechen?